In der neusten Ausgabe unseres TV-Talks begrüssen wir einmal mehr prominente Gäste: Nationalrätin und Gewerkschafterin Katharina Prelicz-Huber, die Unternehmer Hans-Peter Zehnder und Otto Suhner sowie Swissmem-Direktor Stefan Brupbacher liefern sich ein spannendes Rededuell.

Das Talk-Format «Schweiz im Fokus» steht für aktuelle Themen und eine kontroverse Auseinandersetzung, die ein Thema von verschiedenen Seiten beleuchtet, mit prominenten Gästen aller politischen Lager. In der jüngsten, von Philipp Gut moderierten Sendung kreuzen sich die grüne Nationalrätin Katharina Prelicz-Huber, Swissmem-Direktor Stefan Brupbacher und die Aargauer Unternehmer Otto Suhner und Hans-Peter Zehnder die Klingen.
Aus aktuellem Anlass diskutieren sie gleich über zwei Themen: die Juso-Initiative und die EU-Abkommen. Den Start macht die Initiative der Jungsozialisten, die eine neue Erbschaftssteuer fordert und damit insbesondere Klimaprojekte finanzieren will. Katharina Prelicz-Huber betont, die Reichsten würden immer reicher, und sie hätten auch einen viel höheren CO2-Ausstoss als Otto Normalverbraucher. Daher sei es nur gerecht, dass sie stärker besteuert würden.
«Ausnehmen wie eine Weihnachtsgans?»
Stefan Brupbacher hält dagegen. Sollten die Wohlhabenden etwa «ausgenommen werden wie eine Weihnachtsgans»? Ausserdem würden die gut Verdienenden schon heute einen Grossteil der Steuern bezahlen. Und es sei rechtsstaatlich problematisch, eine bestimmte Gruppe von Personen steuerlich zu bestrafen.
Die beiden Unternehmer in der Runde weisen auf die Probleme hin, die die Initiative gerade für Familienunternehmen bringe. Das Vermögen sei oft in die Firmen investiert, die hohe Erbschaftssteuer würde daher zu einem Aktienverkauf unter Druck zwingen und die Familientraditionen gefährden, sagt Hans-Peter Zehnder.
Eine interessante Aussage, die auch bei Katharina Prelicz-Huber auf offene Ohren stösst, macht Unternehmerlegende Otto Suhner. Er berichtet, dass in seinen Unternehmen zwischen den niedrigsten und den höchsten Löhnen nie mehr als ein Verhältnis von 1:10 bestanden habe. Überrissene Managerlöhne seien eine Ursache auch für die Juso-Initiative, die er aber ablehne.
Stabile Beziehungen oder Angriff auf die Demokratie?
Nicht minder engagiert verläuft die Diskussion über die EU-Abkommen, wobei Stefan Brupbacher nun auf der Seite von Katharina Prelicz-Huber für ein Ja wirbt. Das sei ja das Schöne an der Demokratie, dass es wechselnde Allianzen gebe. Die Verträge seien wichtig für eine stabile Wirtschaftsbeziehung zu unserem wichtigsten Handelspartner.
Dem widersprechen die Unternehmer Hans-Peter Zehnder und Otto Suhner. Zehnder hat zahlreiche Niederlassungen in der EU und berichtet aus der Praxis von Bürokratie und Überregulierung. Die Schweiz stehe da besser da und sollte ihren Wettbewerbsvorteil nicht aufgeben und sich nicht nach unten nivellieren.
Für Otto Suhner ist die epochale Auseinandersetzung über die Zukunft der Schweiz und eine Anbindung an die EU ein Déjà-vu. Er führte schon 1992 das Aargauer Nein-Komitee zum Europäischen Wirtschaftsraum (EWR). Zu den neuen Verträgen könne man nur «nein, nein, nein» sagen. Denn es handle sich nicht um «Bilaterale III», wie der Bundesrat vorgaukle, sondern um einen Rahmenvertrag, der die Souveränität und die direkte Demokratie der Schweiz zerstöre.
Welche Argumente überzeugen Sie mehr? Schauen Sie die neuste Folge von «Schweiz im Fokus» und urteilen Sie selbst!
Philipp Gut
Die Sendung wird unterstützt durch:







